Gedanken zu Rio+20 von Sr. Denise Boyle
Sha Zukang erklärte die Konferenz der Vereinten Nationen über Nachhaltige Entwicklung von Rio de Janeiro (Rio+20) als deren Generalsekretärin zu einem grossen Erfolg. Ihre Aussage gründete in der einhelligen Zustimmung der Hundert anwesenden Weltpolitiker zum Schlussdokument „Die Zukunft, die wir wollen“, sowie in der Zusicherung von 513 Milliarden US Dollars zur Erfüllung der gesteckten Ziele.
Von einem „grossen Erfolg“ konnten die 40‘000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kaum reden, die sich zur nachhaltigen Entwicklung vehement für ein Vorgehen eingesetzt hatten, bei welchem der Mensch und nicht die Wirtschaft im Zentrum steht! Um nämlich allgemeine Zustimmung zu erlangen, wurde der Entwurf zum 53-seitigen Schlussdokument von Rio+20 verwässert. Es enthält keine verbindlichen Auflagen für die Regierungen oder Überprüfungsmechanismen zur Einhaltung der Empfehlungen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens und basiert völlig auf der wirtschaftlichen Entwicklung.
Harte Entscheidungen mit wirtschaftlichen Auswirkungen wie die Beseitigung der Subventionierung der fossilen Brennstoffe im Betrage von weltweit rund 800 Milliarden US Dollars oder die vorgeschlagene Finanztransaktionsteuer (FTT: Financial Transaction Tax, die „Tobin Steuer“) wurden im Schlussdokument fallen gelassen. Im Jahre 2011 erwirtschaftete die FTT, die in 40 Ländern eingeführt ist, 38 Milliarden US Dollars; mit diesem Geld können umweltfreundliche Projekte und Programme für die arme Bevölkerung finanziert werden. Nachdem das Schlussdokument die Schlussabstimmung passiert hatte, äusserten sich viele zivile Gruppierungen, einschliesslich NGOs: Das ist „Die Zukunft, die wir nicht wollen“!




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